Die Keyword-Analyse entscheidet, für welche Suchbegriffe Ihre Website gefunden wird – und für welche nicht. 2026 kommt ein Schritt dazu, den es früher nicht gab: das KI-Risiko. Diese Anleitung führt Sie durch alle sechs Schritte.
Die Kurzantwort
Eine Keyword-Analyse ist die systematische Recherche und Bewertung der Suchbegriffe, mit denen potenzielle Kunden nach Ihrem Angebot suchen. Das Ergebnis legt fest, welche Seite Ihrer Website für welches Keyword-Cluster ranken soll. 2026 gehören sechs Schritte dazu: Ziele klären, Keywords sammeln, bewerten, das KI-Risiko einpreisen, Keywords Seiten zuordnen und Fragen für KI-Antworten recherchieren. Der vierte und der sechste Schritt sind neu – sie reagieren darauf, dass Google immer mehr Suchanfragen direkt per KI beantwortet.
Bevor Sie ein Tool öffnen, klären Sie drei Dinge: Was verkaufen Sie? An wen? Und in welchem Gebiet? Die dritte Frage wird in der Praxis am häufigsten übersprungen – dabei entscheidet sie in Hannover über einen großen Teil Ihrer Keyword-Liste.
Stadtgebiet
Suchen mit „Hannover“
Die naheliegenden Keywords: „Zahnarzt Hannover“, „Steuerberater Hannover“, „Tischler Hannover“. Hier ist der Wettbewerb am größten – praktisch alle Anbieter der Region zielen auf diese Begriffe.
Umland & Stadtteile
Suchen ohne „Hannover“
Wer in Langenhagen, Laatzen, Garbsen oder Lehrte sitzt, sucht oft mit dem eigenen Ortsnamen. Auch Stadtteile wie Linden, List oder die Südstadt tauchen in Suchanfragen auf – mit deutlich weniger Wettbewerb.
Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Interessenten finden uns nicht nur über „SEO Agentur Hannover“, sondern auch über Umland-Varianten wie „SEO Agentur Langenhagen“. Wer sein Einzugsgebiet nur über den großen Stadtnamen definiert, lässt solche Anfragen liegen. Legen Sie deshalb vor der Recherche fest, welche Orte und Stadtteile zu Ihrem realen Einzugsgebiet gehören – und welche Leistung dort jeweils gefragt ist.
Sammeln Sie zuerst breit, bewertet wird später. Vier Quellen reichen für eine solide Rohliste – alle vier sind kostenlos:
Autocomplete
Search Console
Wettbewerb
Kundenfragen
Google Autocomplete zeigt, was tatsächlich gesucht wird: Tippen Sie Ihre Leistung plus Ortsnamen an und notieren Sie die Vorschläge. Die Google Search Console zeigt, für welche Anfragen Ihre Website bereits erscheint – oft sind Begriffe dabei, an die Sie nie gedacht hätten. Wettbewerber-Websites verraten über Seitentitel und Leistungsseiten, welche Begriffe die Konkurrenz belegt. Und Kundenfragen aus E-Mails, Anrufen und Erstgesprächen liefern die Formulierungen, die im sechsten Schritt für die KI-Suche wichtig werden. Notieren Sie sie wörtlich.
Aus der Rohliste wird jetzt eine Rangliste. Drei Kriterien zählen – in dieser Reihenfolge:
Kriterium 1
Suchintention
Will der Suchende kaufen, vergleichen oder sich informieren? „Dachdecker Hannover Notdienst“ ist ein Auftrag in Vorbereitung. „Dach dämmen Anleitung“ ist Lesestoff. Beides hat seinen Platz – aber nicht denselben Wert.
Kriterium 2
Suchvolumen
Lokale Keywords haben oft kleine Volumina – und sind trotzdem wertvoll, weil hinter jeder Suche ein potenzieller Kunde aus der Region steht. Volumen vergleicht Keywords untereinander, es ist kein K.-o.-Kriterium.
Kriterium 3
Wettbewerb
Googeln Sie das Keyword selbst: Ranken Portale und große Marken, wird es teuer. Ranken dünne Unterseiten lokaler Anbieter, ist die Lücke real. Umland-Keywords sind hier oft die schnellsten Erfolge.
Die Suchintention steht bewusst an erster Stelle. Ein transaktionales Keyword mit kleinem Volumen bringt mehr Umsatz als ein informationsorientiertes mit großem – und seit es AI Overviews gibt, hat sich dieser Abstand weiter vergrößert. Warum, zeigt der nächste Schritt.
Google beantwortet immer mehr Suchanfragen direkt in der Suche: mit AI Overviews, KI-generierten Antwortkästen über den regulären Ergebnissen. Für die Keyword-Analyse heißt das: Zwei Keywords mit gleichem Volumen können völlig unterschiedlich viele Klicks liefern – je nachdem, ob Google die Frage selbst beantwortet.
Wie groß der Effekt ist, zeigt eine Ahrefs-Studie vom Februar 2026: Bei Suchanfragen mit AI Overview fiel die Klickrate von Google-Position 1 binnen zwei Jahren um 58 Prozent. Der erste Platz ist dort also nur noch weniger als halb so viel wert wie zuvor.
Genauso wichtig: Das Risiko ist extrem ungleich verteilt. Dr. Web berichtet dazu am 14. Mai 2026, dass die AI-Overview-Quote je Branche stark auseinanderläuft: Im B2B-Tech-Umfeld erhalten rund 70 Prozent der Suchanfragen einen AI Overview, im E-Commerce nur rund 4 Prozent. Transaktionale und lokale Suchanfragen bleiben weitgehend verschont – wer kaufen oder einen Anbieter vor Ort finden will, bekommt weiterhin klassische Ergebnisse.
Sortieren Sie Ihre Keywords deshalb in drei Risikoklassen:
Hohes KI-Risiko: informationsorientierte W-Fragen
„Was kostet…“, „Wie funktioniert…“, „Was ist…“ – solche Anfragen beantwortet Google zunehmend selbst. Ranking ja, Klicks unsicher. Nicht streichen, aber in der Traffic-Erwartung konservativ rechnen.
Mittleres Risiko: Vergleiche und Anleitungen
„X vs. Y“ und How-to-Themen lösen oft einen AI Overview aus, führen aber weiter zum Klick, wenn der Suchende Details, Beispiele oder einen Anbieter braucht.
Niedriges Risiko: transaktional und lokal
„Tischler Hannover Angebot“, „Physiotherapie List Termin“ – hier will der Suchende zu einem Anbieter, nicht zu einer Antwort. Diese Keywords tragen 2026 die Priorität in der Analyse.
Heißt das: informationsorientierte Keywords streichen?
Nein. Inhalte zu diesen Keywords sind das Material, aus dem KI-Antworten zusammengesetzt werden – sie bringen Sichtbarkeit und Autorität statt Klicks. Wie Sie damit selbst in die KI-Antworten kommen, zeigt unser Artikel Ranking in Google AI Overviews. Nur die Erwartung ändert sich: Rechnen Sie diese Keywords nicht mehr eins zu eins in Besucher um.
Kurze Pause
Auf welche Keywords setzt Ihre Website?
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Jetzt werden die Keywords zu Clustern gruppiert und Seiten zugeordnet. Die Regel: Ein Keyword-Cluster = eine Seite. Ein Cluster besteht aus einem Hauptkeyword und seinen engen Varianten – Begriffe, bei denen Google praktisch dieselben Ergebnisse zeigt, gehören auf dieselbe Seite.
Der häufigste Fehler in dieser Phase ist Keyword-Kannibalisierung: Zwei Seiten derselben Website zielen auf dasselbe Cluster und nehmen sich gegenseitig das Ranking. Prüfen Sie vor jeder neuen Seite, ob eine bestehende das Keyword schon abdeckt – dann bauen Sie die bestehende aus, statt eine zweite zu erstellen.
Klassische Keyword-Analysen enden bei Suchbegriffen. 2026 gehört ein zweiter Recherche-Durchlauf dazu: die Fragen und Prompts, die Nutzer in ChatGPT, Gemini oder die Google-KI-Suche eingeben. HubSpot beschreibt diesen Wandel in seinem Beitrag zu Answer-Engine-Optimization-Trends: Optimiert wird nicht mehr nur auf Suchbegriffe, sondern darauf, die direkte Antwort auf konkret formulierte Fragen zu liefern.
Praktisch heißt das:
So sieht der komplette Ablauf für einen konstruierten Beispielbetrieb aus – eine fiktive Tischlerei im Westen Hannovers, keine echten Kundendaten:
Ziele klären
Die Tischlerei fertigt Einbaumöbel und Innenausbau. Einzugsgebiet: Stadtgebiet Hannover plus Garbsen, Seelze und Langenhagen. Ziel: Anfragen für Einbaumöbel, nicht für Kleinreparaturen.
Sammeln
Autocomplete liefert „Tischler Hannover Einbauschrank“, die Search Console zeigt Einblendungen für „Möbeltischlerei Hannover“, Wettbewerber belegen „Innenausbau Hannover“, Kunden fragen am Telefon nach dem „Schrank unter der Dachschräge“.
Bewerten
„Tischler Hannover“ hat den stärksten Wettbewerb, „Einbauschrank Dachschräge Hannover“ die klarste Kaufabsicht. Umland-Varianten wie „Tischler Garbsen“ haben wenig Volumen, aber kaum Konkurrenz.
KI-Risiko einpreisen
„Einbauschrank selber bauen“ und „Was kostet ein Einbauschrank“ sind informationsorientiert – hohes Risiko, dass die KI-Antwort den Klick ersetzt. Die lokalen Anbieter-Keywords bleiben Priorität 1.
Zuordnen
Eine Leistungsseite für das Cluster „Einbauschränke Hannover“, eine Ortsseite je Umland-Gemeinde mit echtem Bezug, ein Blogartikel für die Kostenfrage. Keine zweite Seite auf dasselbe Cluster.
Fragen recherchieren
Aus den Kundenfragen werden FAQ-Blöcke: „Baut ihr Schränke unter Dachschrägen?“, „Wie lange dauert ein Einbauschrank nach Maß?“ – jede Frage bekommt eine direkte, zitierfähige Antwort auf der passenden Seite.
Nur aufs Volumen schauen
Das größte Keyword ist selten das beste. Suchintention und Wettbewerb entscheiden, ob aus Rankings Anfragen werden.
Das Umland vergessen
Wer nur auf „Hannover“ optimiert, verschenkt Langenhagen, Laatzen, Garbsen und die Stadtteile – oft die Keywords mit dem schwächsten Wettbewerb.
Keyword-Kannibalisierung
Mehrere Seiten auf dasselbe Cluster nehmen sich gegenseitig das Ranking. Ein Cluster, eine Seite – ohne Ausnahme.
KI-Risiko ignorieren
Wer Traffic-Prognosen ohne den AI-Overview-Effekt rechnet, plant mit Klicks, die nicht mehr kommen – vor allem bei informationsorientierten Keywords.
Kundensprache ignorieren
Fachbegriffe von der eigenen Website sind oft nicht die Wörter, die Kunden eintippen. Die Formulierungen aus Anrufen und E-Mails sind die besseren Keywords.
Einmal analysieren, nie aktualisieren
Suchverhalten, Wettbewerb und AI-Overview-Abdeckung ändern sich laufend. Eine Keyword-Analyse ist ein Arbeitsdokument, kein Abschlussbericht.
Wenn Ihnen an einzelnen Stellen die Grundlagen fehlen – etwa was Suchintention oder Rankings genau sind –, lesen Sie zuerst Was ist SEO? Der einfache Leitfaden für 2026. Die Keyword-Analyse baut direkt darauf auf.
Eine Keyword-Analyse 2026 hat sechs Schritte: Ziele klären, sammeln, bewerten, KI-Risiko einpreisen, Seiten zuordnen, Fragen recherchieren.
Suchintention schlägt Suchvolumen – lokale und transaktionale Keywords mit kleinem Volumen bringen mehr Kunden als große informationsorientierte.
Das KI-Risiko ist real und ungleich verteilt: minus 58 Prozent Klickrate auf Position 1 bei Anfragen mit AI Overview (Ahrefs, Februar 2026) – die AI-Overview-Quote reicht aber je nach Branche von rund 70 Prozent (B2B-Tech) bis rund 4 Prozent (E-Commerce) laut Dr. Web vom Mai 2026.
Ein Keyword-Cluster = eine Seite. Kannibalisierung vermeiden – und Umland-Orte wie Langenhagen oder Garbsen als eigene Cluster prüfen.
Neu als fester Schritt: Fragen- und Prompt-Recherche für die KI-Suche – Kundenfragen wörtlich sammeln und auf der Website direkt beantworten.
Die systematische Recherche und Bewertung der Suchbegriffe, mit denen potenzielle Kunden nach einem Angebot suchen. Das Ergebnis legt fest, welche Seite einer Website für welches Keyword-Cluster ranken soll.
Für den Einstieg reichen kostenlose Quellen: Google Autocomplete, die Box „Weitere Fragen“ in den Suchergebnissen und die Google Search Console. Kostenpflichtige Tools liefern zusätzlich Suchvolumen- und Wettbewerbsdaten, sind aber kein Muss.
Das Risiko, dass Google die Suchanfrage direkt per AI Overview beantwortet und weniger Nutzer auf die Ergebnisse klicken. Laut einer Ahrefs-Studie vom Februar 2026 verlor Position 1 bei Suchanfragen mit AI Overview binnen zwei Jahren 58 Prozent ihrer Klickrate. Betroffen sind vor allem informationsorientierte Keywords, transaktionale und lokale kaum.
Eine Seite deckt genau ein Keyword-Cluster ab: ein Hauptkeyword plus dessen enge Varianten und Synonyme. Wer für zwei unterschiedliche Suchintentionen ranken will, braucht zwei Seiten – sonst droht Keyword-Kannibalisierung.
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